WIRKLICKEIT TRAUM UND POESIE







Atelier im Dornenhaus
Keramikwerkstatt Friedemann Löber
Ausstellungs- und Veranstaltungshaus
Bernhard-Seitz-Weg 1. 18347 Ahrenshoop
Telefon/Fax 038220-80963 www.dornenhaus.de
2.1.- 8.2. Fr-Mi 11.00 -16.00 Uhr
9.2. – 3. 4. Fr- Mi 11.00 -17.00 Uhr
4. 4. – 31.10. Fr-Mi 10.30 -18 Uhr
1.11. – 23. 12.Fr-Mi 11.00 – 17/16.00 Uhr
26.12.-30.12. tgl. 11.00 – 17.00 Uhr
WIRKLICKEIT TRAUM UND POESIE
Zum 100. Geburtstag
Werner Zöhl (1926-2012) Fischerhude
Malerei und Grafik
1926 wurde Werner Zöhl in Stendal geboren.
1942 – 44 war er Schüler und bis zu dessen Lebensende Freund von Prof. Erwin Hahs, der, von den Nationalsozialisten geächtet und vom Lehramt der Burg Giebichenstein entlassen, ihm die zu dieser Zeit verbotene Kunst der Moderne nahebrachte.
1944 – 48 folgten Kriegseinsatz und Kriegsgefangenschaft in England, von wo er 1948 mit Zeichnungen, Pastellen und Ölbildern im Rucksack nach Bremen entlassen wurde. Um hier eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, begann er eine Maurerlehre. Jede freie Minute aber gehörte der Malerei.
Ab 1951 war er, ermutigt durch den 1951 verliehenen Preis für „Junge Kunst in Niedersachsen“, als freischaffender Maler tätig.
„Beim Malen entdeckte ich die große Bedeutung der Eigenständigkeit von Form und
Farbe Das brachte mich sehr nah an die Arbeit von Klee und Feininger - So entstand im Spiel mit Formen und Farben, dem die eigene Fantasie quasi zusah, eine neue Bilderwelt. Da es nicht mehr die Abbildung eines Gegenstandes war, handelte es sich jetzt um eine poetische Wirklichkeit, die alle erkennbaren Gegenstände in einer fremden Erlebnisebene zeigt.“
1951 –64 folgten große Ausstellungen u. a. in Bremen, Hamburg und Hannover.
Zahlreiche Fernsehsendungen entstanden. Zöhl unternahm zudem Bildungsreisen durch Polen und die damalige Sowjetunion.
1964 zog Werner Zöhl mit seiner Familie in sein inzwischen fertiggestelltes Haus nach Fischerhude in die Surheide, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Sein Atelier war Treffpunkt vieler Künstlerfreunde, wie der Maler Rudolf Franz Hartogh (1889-1960), Hans Meyboden (1901-1965), Christian Modersohn (1916-2009), Erhardt Mitzlaff (1916-1991), des Fotografen Klaus Rohmeyer (geb.1929), des Schriftstellers Willy Kramp (1909-1986) und natürlich zahlreicher Sammler unter ihnen Henning Scherf, ehem. Bürgermeister von Hamburg.
Ab 1972 verbrachte er den größten Teil des Sommers in einer einsamen Bergerie in der Provence. Hier entstanden seine hellen Bilder.
1978 machte ein Fernsehfilm des NDR viele Zuschauer auf seine Bilder aufmerksam.
Ab 1973 folgten Ausstellungen in der gesamten damaligen BRD, ab 1990 in ganz Deutschland und in Frankreich sowie Bildungsreisen durch Europa, Afrika und die USA.
2008 erhielt er den Kunstpreis des Lilienthaler Kunstvereins.
2012 starb der feinfühlige, zurückhaltende Künstler nach jahrelanger Krankheit.
Seit 2016 werden im KaFF „Kunst am Fluß Fischerhude“, einer von der Familie umgebauten uralten Fachwerkscheune wechselnde Ausstellungen aus dem Nachlass des Malers und Grafikers Werner Zöhl gezeigt. Zudem ist es Archiv seines umfangreichen Werkes.
„Es geht ihm um Transparenz, Vieldeutigkeit, Nachdenklichkeit durch ein Vexierspiel, das er mit dem Betrachter treibt. Wenn man Zöhls Bildwelt überhaupt mit jemandem vergleicht, so wäre ein Gedanke an René Margritte gestattet – mit dessen merkwürdig ineinander verfließenden Ebenen von Wirklichkeit, Traum und Gedanken.“
Wolf-Dietmar Stock, Fischerhude
